Psychische Gesundheit bei autistischen Kindern und Jugendlichen
Bei unserem letzten Dialog am Dienstag drehte sich alles um ein Thema, das viele Familien beschäftigt: psychische Gesundheit bei autistischen Kindern und Jugendlichen.
Gestaltet wurde der Abend von Yvette Schatz und unserer ehemaligen Kollegin Annemarie Bartl. Gemeinsam gaben sie spannende Einblicke in die Frage, was psychische Gesundheit eigentlich bedeutet – und warum sie weit mehr ist als die bloße Abwesenheit einer Diagnose.
Im Mittelpunkt stand dabei die Botschaft: Psychische Gesundheit bedeutet, sich sicher, verstanden und selbstwirksam zu fühlen. Kinder brauchen stabile Beziehungen, das Gefühl von Akzeptanz und die Erfahrung, mit ihren eigenen Stärken etwas bewirken zu können. Gerade für Kinder mit Autismus ist es entscheidend, in ihrer Besonderheit gesehen zu werden, anstatt sich dauerhaft anpassen zu müssen.
Eine zentrale Frage des Abends lautete: Ist Autismus eine psychische Erkrankung? Die Antwort lautete kurz und knapp zusammengefast: Autismus selbst ist keine psychische Erkrankung, sondern eine neuroentwicklungsbedingte Besonderheit. Das bedeutet: Das Gehirn verarbeitet Informationen anders. Belastungen entstehen nicht nur durch den Autismus und damit einhergehende Herausforderungen selbst, sondern durch eine Umwelt, die oft nicht ausreichend auf die Bedürfnisse autistischer Menschen abgestimmt ist. Dauerstress, Reizüberflutung oder soziale Ausgrenzung können langfristig das Risiko für zusätzliche psychische Erkrankungen erhöhen.
Das Thema Resilienz war ein weiterer Schwerpunkt – die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und gestärkt aus schwierigen Situationen hervorzugehen. Diese Widerstandskraft entwickelt sich vor allem durch Unterstützung, Verständnis und positive Erfahrungen im Alltag.
Der wichtigste Gedanke des Abends für uns: Nicht das „Anderssein“ ist das Problem – sondern häufig die fehlende Passung zwischen Kind und Umwelt.
Wenn der Elternabend das Interesse an den Themen Autismus und psychische Gesundheit geweckt hat, dann gibt es im November etwas Passendes! Wir werden uns der spannenden Frage widmen: Psychotherapie oder Heilpädagogik – wo liegen Gemeinsamkeiten, Unterschiede und welche Unterstützung passt wann besonders gut?
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